renegade

RENEGADE

Tribute to a Galaxy far far away

Sounddesign für eine weit, weit entfernte Galaxis

Ich übernahm die Rolle des Sounddesigners, Foley-Künstlers und Tonmischers für «Renegade», einen Star-Wars-Fanfilm unter der Regie von Sandro Schreiber. Die Gestaltung des Sounds für ein Universum mit einer derart ikonischen klanglichen Identität war sowohl eine unglaubliche Herausforderung als auch ein riesiger Spielplatz. Mein Ziel war es, die gesamte Klanglandschaft von Grund auf aufzubauen und dabei klassisches Foley mit experimentellem Sounddesign zu verbinden, um die Welt lebendig und greifbar wirken zu lassen.

Eine greifbare Welt schaffen

Da ich nicht den Luxus eines riesigen Hollywood-Requisitenraums hatte, nahm ich fast alle physischen Soundeffekte selbst in meinem kleinen Studio auf. Ich nahm alles auf – vom Knirschen von Kies über das Rascheln von Blättern und Gras bis hin zu Fussschritten und Handklatschen auf Oberflächen –, um den physischen Handlungen auf dem Bildschirm ein Gefühl von Gewicht zu verleihen.

Experimentelles Sounddesign & Raumschiffe

Für die Sci-Fi-Elemente habe ich ungewöhnliche Klänge zusammengetragen und übereinandergelegt, um etwas Neues zu schaffen. Ich wollte greifbare Klänge erschaffen, die vertraut und zugleich neu wirken.

  • Der Raumschiff Sound:: Um ein schweres, mechanisches Dröhnen für das Raumschiff zu erzeugen, habe ich das historische Grollen eines Spitfire-Motors aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem durchdringenden Heulen eines modernen Düsentriebwerks überlagert.
  • Elektromotoren: Für das Surren der Servomotoren hielt ich eine elektrische Bohrmaschine an die Tonabnehmer meiner Ibanez-Gitarre und nahm so die rohen elektromagnetischen Frequenzen auf. Dadurch klang der Sound anders genug, um nicht sofort erkennbar zu sein. Und ich konnte diesen Klang unterschiedlich färben, indem ich die Tonabnehmer an der Gitarre wechselte. Das habe ich zum Beispiel genutzt, um den Sound zu erzeugen, wenn sich die Luke des Raumschiffs öffnet. Schaut mal, ob ihr ihn im Film hören könnt.
The Drill Gate
The Voice of Evil

Ich habe die Stimme des Hauptgegners sorgfältig so gestaltet, dass sie synthetisch und zugleich zutiefst menschlich klingt. Die Bearbeitung verändert sich im Laufe des Films subtil und passt sich den Stimmungen und wechselnden Absichten der Figur an. Den genauen technischen Ablauf hinter dieser Stimmkette erkläre ich im Detail in einem kurzen «Making-of»-Video weiter unten.

voice of evil00093632
Swing it like Ben Burtt

Für den Höhepunkt des Films wollte ich die ursprüngliche Vorgehensweise von Ben Burtt würdigen, anstatt mich einfach auf Soundeffekte aus einem Archiv zu verlassen.

 

Zwar habe ich ein vorgefertigtes Grundbrummen verwendet, doch die Schwinggeräusche wurden live eingespielt. Ich habe eine Schleife des Lichtschwertbrummens über einen Studiolautsprecher abgespielt und ein Richtrohrmikrofon physisch vor diesem hin und her geschwenkt, wobei ich mich genau an die Geschwindigkeit und den Rhythmus der Choreografie auf dem Bildschirm gehalten habe. Da der Höhepunkt einen Kampf mit drei unterschiedlichen Lichtschwertern beinhaltet, habe ich diesen gesamten Vorgang für jede einzelne Waffe separat durchgeführt und aufgenommen, um ihnen im Mix ihren eigenen, einzigartigen Raum und ihre eigene Bewegung zu verleihen.

 

Der Final-Mix

Nachdem alle Elemente fertiggestellt waren, folgte als letzter Schritt der Mix. Ich habe die Dialoge, die massgeschneiderten Geräuscheffekte, die intensiven Sounddesign-Elemente und die mitreissende Orchestermusik sorgfältig aufeinander abgestimmt, um sicherzustellen, dass sich die Handlung von Anfang bis Ende filmisch, klar und emotional mitreissend anfühlt.

Top