Coop Vorbild
Projektübersicht
Diese interne Kampagne wurde für die Managementveranstaltungen der Coop-Gruppe konzipiert, um die tiefgreifenden Auswirkungen der Wertschätzung am Arbeitsplatz auf die Führungskultur visuell zu veranschaulichen. Aus Hunderten von Nominierungen durch Mitarbeitende wurden sieben Vorbilder ausgewählt und vor laufender Kamera mit einer herzlichen Video-Hommage ihrer Kolleginnen und Kollegen überrascht. Der fertige Film diente als emotionales Herzstück für die Geschäftsleitung von Coop.
Regie, Konzeption und Produktion
Ich habe das Projekt vom Konzept bis zur endgültigen Auslieferung betreut und dabei ein kleines Team aus zwei Personen geleitet. Da der Film ausschliesslich auf in einem einzigen Take eingefangene, ungeskriptete menschliche Emotionen setzte, war jede kreative und technische Entscheidung bewusst darauf ausgerichtet, Vertrauen am Set zu schaffen und die emotionale Resonanz zu maximieren. Ich habe die Interviews selbst geführt, um allen Interviewpartnern einen festen Ansprechpartner zu bieten und ihnen das Gefühl zu geben, am Set wohlzufühlen.
Vertrauen am Set schaffen
Um bei den Tribut-Interviews ganz natürliche Aussagen der Kollegen einzufangen, habe ich nicht angekündigt, wann die Kameras zu laufen begannen. So konnten die Interviewpartner ihre anfängliche Nervosität überwinden, bevor ihnen bewusst wurde, dass sie gefilmt wurden.
Nachdem ich das Ende des Interviews angekündigt hatte, tat ich so, als würde ich die Kameras ausschalten, liess sie aber weiterlaufen. Indem ich die Interviewpartner in Small Talk verwickelte und ihnen unmittelbar danach beiläufig Fragen zu den Geehrten stellte, gelang es mir, einige der aufrichtigsten und eindrücklichsten Aussagen des gesamten Projekts einzufangen.
Für die Geehrten war das Anbringen eines Lavalier-Mikrofons vor ihren Live-Reaktionen eine ganz bewusste Entscheidung. Es gab mir einen natürlichen Anlass, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Vertrauen aufzubauen und dafür zu sorgen, dass sie sich in meiner Gegenwart am Set vollkommen wohlfühlten. Dies war entscheidend, um ihre authentischen Reaktionen einzufangen.
Visuelle Abgrenzung schaffen
Die Videos zu Ehren der Kollegen wurden in Schwarz-Weiss bearbeitet, während die Live-Reaktionen in Farbe blieben. Dieser visuelle Kontrast machte dem Publikum die zeitliche Lücke deutlich und sorgte für sofortige Klarheit, wenn das Bildmaterial zwischen Vollbildwiedergabe und Aufnahmen des Laptops wechselte. Dass die Mikrofone während der Interviews versteckt, bei den Reaktionen jedoch deutlich sichtbar waren, fügte ein weiteres visuelles Element hinzu, um die beiden Situationen voneinander abzugrenzen.
Pure Emotionen in den Vordergrund rücken
Ich habe mich bewusst für eine gedämpfte Farbpalette für das fertige Projekt entschieden. Diese gestalterische Entscheidung sollte visuelle Ablenkungen bewusst vermeiden, um sicherzustellen, dass die Aufmerksamkeit des Betrachters voll und ganz auf die authentischen Gesichtsausdrücke und die emotionale Tiefe der Personen gerichtet bleibt.
Dynamische Kamerabewegungen
Ich habe dieses Projekt mit zwei Sony Alpha 7R II-Kameras gedreht. Für die Tribut-Interviews war eine Kamera auf einem Stativ befestigt. Bei den Live-Reaktionen wechselten beide Kameras zu fliessenden, wandernden Bewegungen – eine auf einem Dolly und eine auf einem DJI RS2-Gimbal, das von einem zweiten Crewmitglied bedient wurde –, um die aufkommenden Emotionen dynamisch einzufangen und zu verstärken.
Turnaround unter hohem Druck
Ich habe einen unglaublich engen Produktionszeitplan eingehalten und die Interviewausschnitte noch am selben Tag, an dem sie gedreht wurden, geschnitten, um das Bildmaterial für die am nächsten Tag geplanten Reaktionsaufnahmen vorzubereiten.


