Igluna 2019 Trailer
Projekt und Logistik
Ich wurde als Produzent für die erste Igluna-Ausstellung engagiert, eine Veranstaltung mit den Schwerpunkten Weltraumforschung und Überleben der Astronauten. Die Hauptausstellung fand in einem Gletschertunnel auf dem Klein Matterhorn bei Zermatt auf einer Höhe von 3’883 Metern statt. Ein kleinerer Teil der Ausstellung war unten im Tal im Backstage Hotel in Zermatt zu sehen.
Da diese Veranstaltung zum ersten Mal stattfand und der Standort extrem abgelegen war, wusste niemand so recht, was ihn erwarten würde. Die Fahrt vom Ort hinauf zum Gletscher dauerte jeweils 40 Minuten, was bedeutete, dass der von mir erstellte Drehplan unglaublich straff sein musste und nur sehr wenig Spielraum für Fehler bot.
Herausforderungen in der Höhe
Der Drehort zwang uns dazu, unsere Ausrüstung auf ein Minimum zu beschränken. Zermatt ist komplett autofrei, daher konnten wir keine schweren Produktionsfahrzeuge oder tonnenweise Kisten mitbringen. Ich entschied mich für ein leichtes Sony Alpha 7R-Set, um die Crew mobil zu halten.
Selbst mit leichter Ausrüstung ist die Arbeit auf fast 4’000 Metern anstrengend, wenn man nicht an die dünne Luft gewöhnt ist. Der Sauerstoffmangel war sofort spürbar und machte selbst einfache Aufgaben körperlich anstrengend. Wir mussten unser Tempo und unser Energieniveau während der gesamten Dreharbeiten sorgfältig einteilen.
B-Roll- und Drohnenaufnahmen
Neben der Produktion übernahm ich auch die B-Roll-Aufnahmen und die Drohnenaufnahmen. Das Fliegen einer Drohne bei Minustemperaturen in dieser Höhe ist an sich schon knifflig. Eine zusätzliche Herausforderung bestand darin, dass ich in einer aktiven Touristenflugzone flog.
Um die Sicherheit der Produktion zu gewährleisten, habe ich unsere Flugpläne direkt mit der lokalen Helikopterfirma Air Zermatt abgestimmt. Da die Berge sowohl die Sicht als auch den Schall herannahender Flugzeuge blockieren, bis sie direkt über einem sind, war diese Kommunikation unerlässlich.
Das Filmmaterial sah am Ende atemberaubend aus und war die tauben Finger und die eingefrohrenen Arme und Beine mehr als wert.
VIP-Dokumentationen
Ausserdem wurde ich damit beauftragt, die Ankunft der VIP-Gäste der Veranstaltung zu dokumentieren: den Apollo-17-Astronauten Harrison Schmitt und den ESA-Astronauten Claude Nicollier, die mit einem Super-Puma-Helikopter aus Zürich eingeflogen waren. Ich begleitete sie vom Landeplatz aus, während sie beide Ausstellungsorte besichtigten.
Da die Astronauten im Rahmen einer separaten Veranstaltung in Zürich zu Besuch in der Schweiz waren, behielt das dortige Produktionsteam die Exklusivrechte an dem Filmmaterial, was bedeutete, dass wir es in unserem endgültigen Schnitt nicht verwenden konnten. Es war zwar schade, dass wir es nicht einbauen konnten, aber mit zwei so erfahrenen Astronauten über Astrophysik zu sprechen, war ein absolutes Highlight.












